Heute waren meine Knie steif, die Beine aus Blei, die Füsse nutzlos, meine Arme Gummiwürste und meine Muskeln waren auf Urlaub.
So habe ich schon nach 1,5 km den ersten Foto-Stop eingelegt.
Es wurde auch die nächsten 6,5 km nicht besser. Entschädigt wurde ich durch ein mildes Wetter und strahlendes Licht. Letzte Schneeflecken tauten im Schatten; Apfelbäume, Pferde und Schäfchen tummelten sich im Sonnenschein.
Sonntag, 30. November 2008
Bleigazelle.
Sonntag, 16. November 2008
1.001 Kilometer bis Heute
Was kann daran schon so wichtig sein? Ein willkürliche Ziffer in einem willkürlich gewählten Zeitraum. Ein Jahr ist eigentlich gar kein Jahr, denn dann bräuchten wir kein Schaltjahr. 1.000 km sind eigentlich keine 1.000 km, denn die Messmethode ist nach objektiven Massstäben eher ungenau. Ausserdem sind es fast 1.001 km.
Und weil 1.000,96 so doof ausssieht habe ich grade während des Schreibens noch 40 m dazugeschummelt. 1.001 weckt ausserdem märchenhate Assoziationen.
1.001 märchenhafte Km. 103 mal laufen trotz Krankheit, Erholungs-Laufpausen und OP.
114 Stunden Natur, durchatmen, anstrengen, nasswerden, schwitzen, fluchen und lächeln.
Das ist im Schnitt noch nichtmal 1 h am Tag, das passt in jeden Wochenplan!
PS: Die 40 m ziehe ich beim nächsten Mal wieder ab. (Versprochen!).
Freitag, 14. November 2008
DunkelMotivation
Donnerstag Abend bin ich die kleine Dorfrunde gelaufen. 6 km zügig und natürlich wieder im Dunkeln.
Warum ich das sage? Weil es ein kleine Lehrstück in Motivation ist.
Zunächst nahm ich mir vor, zu laufen. Auf dem Heimweg zeigte das Thermometer im Auto nur 6° an. In der molligen Wohnung habe ich mir erst mal eine halbe Stunde Hausarbeit aufgebürdet und das Laufen verschoben. Denn aus Sicht der kuscheligen Wärme und dem gemütlichen Zuhause ist es draussen erst recht wirklich ungemütlich!
Dann habe ich nochmal schnell mein Schwesterlein angerufen. Wir plauderten unter anderm auch übers Laufen bzw. Gehen und die Motivation dazu. Darüber, dass ich es fast immer schaffe zu laufen, wenn ich es mir mal vorgenommen habe. Das ich im Gegensatz zu dieser Theorie aber heute die Motivation nicht aufbringe. Über eine Stunde später (!) legten wir auf.
Doch dann kamen mir folgende Gedanken, die mich dazu brachten, doch noch hurtig in die Laufklamotten zu stürzen:
- Uff. Jetzt habe ich eine Stunde telefoniert, da wäre ich vom Laufen schon längst wieder da. Also: Laufen ist doch ein Klacks.
- Wenn ich heute laufe, bin ich hinterher stolz und zufrieden.
- Um mein Laufpensum zu schaffen, muss ich dann morgen nicht unbedingt laufen, das mindert den Zeitdruck.
- "Alles wird gut" darf ich nicht sagen: "Alles ist gut" ist der richtige Ausdruck! (Habe ich grade im Telefongespräch gelernt!) Ist wirklich alles gut? Nein, aber wenn ich laufe, dann schon!
- Wenn Du was machen willst, dann machs gleich und schiebe es nicht auf.
...und drei Minuten später stand ich auf der Strasse. Es war gar nicht so kalt, in meinen kuscheligen Stirnband und doppeltem Shirt. Es war auch nicht soo finster, da der Mond leicht durch die Wolken schien. Die Dorfrunde hat keine wesentlichen Berge.
Fröhlich trabte ich durch den Ort......zügig und 2 Minuten schneller als sonst.
Mittwoch, 12. November 2008
Dunkelsport
Ich laufe gern im Dunkeln.
Nur die Lampe nicht vergessen. Aber heute scheint die grosse Lampe vom Himmel, so kann ich die Feldwegrunde zwischen meinen beiden kleinen Dörfern laufen.
Aus den Häusern quilt blaues Fernsehflackern. Der Mann in Cordpantoffeln drückt sich draussen vor dem Haus herum und findet Zerstreuung in der Betrachtung einer nächtlichen Joggerin. Hustende Männer hängen aus den Fenstern, es stinkt nach Zigarettenqualm.
Ich bin froh, dass ich laufen kann.