Samstag, 28. Januar 2012

Freude

Mir tut seit neuestem der Rücken extrem weh und schon sein einer Weile jammere ich über Schmerzen in den Füßen. Als moderner Mensch forsche ich im Internet und schon ist die Diagnose klar: Bandscheibenvorfall und Fersensporn. Beides langwierig und mit ungewissem Ausgang. Als latent von der Hypochondrischen Störung gefährdet, entstehen vor meinem inneren Auge Horrorszenarien: Operationen, Spritzen, Wartezimmer, und die Suche nach einem neuen Hobby.....

Da beide Symptome nicht besser werden, entschließe ich mich, zum Arzt zu gehen.

Das ich das nicht häufig tue, erkennt man an der Reaktion des Arztes: Er dreht demonstrativ die komplett leere Karteimappe hin und her und fragt ob ich überhaupt schon mal da war. Ja, war ich. 2009. "Mit Ihnen kann man ja kein Geld verdienen" scherzt er noch und hört sich meine Beschwerden an.

Einmal drehen, bücken, tasten: Blockade des Iliosakralgelenks. Keine Therapie. Auch gut. Hab ich eh keine Lust drauf. Was mir wirklich hilft sind gehen und laufen. Und das tue ich ja nun regelmäßig trotz der Schmerzen, ganz vorsichtig und das tut mir gut. 80% der Rückenschmerzen gehen eh von alleine weg. Nichts an der Bandscheibe. Riesen Erleichterung.

Nun zum Fuß. Schmerzen in der Ferse, mal stärker, mal schwächer. Er tastet den Fuß ab, drückt auf die Aua-stelle und meint: "Könnte ein Fersensporn sein. Wir bieten die Stoßwellentherapie an. Zahlt die Krankenkasse aber nicht. Obwohl es hilft. 20 Euro pro Behandlung. So vier bis sechs Behandlungen wird man schon brauchen." Aha. Das war jetzt aber eine schwere Nachtigall.
"Und wenn es gar kein Fersensporn ist?" Zum Glück fehlen ihm die Argumente und er überweist mich zum Orthopäden. 

Eine Woche später sieht man auf dem Röntgenbild des Orthopäden aber überhaupt nicht mal den Ansatz eines Fersensporns. Uff. Der Arzt verschreibt mir Einlagen, befiehlt eine Kühlung der Füße jeden Abend und die Wiederkehr falls es nach zwei Wochen noch nicht besser ist. Einlagen. Wie UNPRAKTISCH!!!

Trotzdem bin ich so erleichtert, dass ich heute trotz Temperaturen um die Null Grad und Nieselschneeregens erst mal eine Riesenrunde durch den Wald renne. Ich kann vor lauter Freude gar nicht mehr aufhören. Und wenn der Fuß noch so muckt, dafür ist der Rücken die nächsten zwei Stunden wie neu.



2 Kommentare:

Tagrandrenner hat gesagt…

Na dann mal gute Besserung.
Wehen der Einlagen: ich laufe seit Jahren damit. Forsche mal nach "Igli". Die lege ich in einen Neutralschuh, aus dem ich die Herstellersohle herausgenommen habe.

Joggen Online hat gesagt…

Hy,
Gute Besserung!
Es ist eine Gute Idee, sich Einlagen anzuschaffen. Es gibt auch spezielle Fußübungen, die die Zehen unterstützen.