Sonntag, 30. März 2008

Mäusespeck und Sonnentanz

Nach dem schönen Lauf gestern fühlen sich meine Beine heute an, als gehören sie nicht ganz zu mir und seien aus Schaumzucker. Ihr wisst schon. Mäusespeck heisst diese Süssigkeit. Genauso fühlen sie sich an. Ja.

Ich denke an Dean und ich ignoriere meine Mäusespeckbeine. Diese müßen heute übrigends das erste Mal in diesem Jahr ohne lange Hose zurechtkommen.

Meinen Kopf habe ich vom Mäusespeck abgekoppelt. Ich geniesse die laue Luft, das Knirschen des nicht asphaltierten Weges unter meinen Sohlen und die Sonne.




Was für ein Tag. Ich merke ich erst jetzt, wie mir das Vogelgezwitscher und das muntere Treiben der Viecher gefehlt hat. Laufend meine ich, die Natur erst richtig zu erleben; mit allen Sinnen.

Obwohl es hier bergauf und bergab geht, und ich mich ein wenig anstrengen muß, möchte ich diesen Lauf nicht missen.



Der Rückweg führt über den Ausflugort "Bürgerseen". Hier sehe ich Menschenmassen, alle treibt es heute nach draussen. Auch andere präsentieren ihre weissen Beine, Kinder mit Fahrradhelmen sitzen zwischen Papa und Mama und schlecken Eis, Modellboote werden ausprobiert und alte Damen verzehren auf der Parkbank ihr Picknick.

Ein kugelförmiger Mann, der sich mit seiner Frau auf dem steilen Weg hochkämpft, hat noch die Energie, ein Holzstück auf dem Weg mit flottem Tritt aus meinem Weg zu flanken. Wie freundlich! Was die Sonne alles bewirkt.

Ich will ja nicht sagen, was mich nun nach Hause treibt. Okay: auf dem Tisch steht schon ein formidables Frühstück und im Ofen bäckt ein Kuchen!!!!

Samstag, 29. März 2008

17 km Frühling

Hundehaufen



Wird die Plage durch Einpacken erträglicher?

Freitag, 21. März 2008

Morgenlauf

Ich war zwei Tage in München. Und was eine ordentliche Geschäftsreisende so tut: Sie nimmt ihre Laufschuhe mit. Das machen Geschäftsreisende nämlich so. Das ist cool. Weltmännisch.




Man kann das auch mal so nebenbei erwähnen. Oder die mitreisenden Kollegen fragen: Hast du AUCH Deine Laufschuhe dabei? Oder die gastgebende Projektleiterin: Wie komme ich denn von hier zur Isar zum Laufen? Wichtig ist es natürlich auch, niemals, NIEMALS, das Wort "Joggen" zu verwenden.



Was natürlich nicht so öffentlich ist, betrifft das Volumen der "Laufschuhe".

Bei angekündigten Null Grad Celsius und Regen stopfe ich einen Haufen warmer Klamotten in den Packbuetel. Und ohne PC geht gar nicht, Fotoapparat, GPS, iPod, Pulsuhr und nicht zu vergessen auch die diversen Ladegeräte und Kabel dazu. Auch alles im passenden Beutel.

Bumm, Bumm, Zack, alle Beutel in den Koffer. Koffer voll.



Und nu? Wohin mit den schicken Schuhen, Anzug, Bluse, Schminkzeug?
Ein grösserer Koffer muss her und die Aktentasche wird vollgestopft.
So hat mir das Kofferschleppen und wuchten mehr Training gebracht, als das Laufen.

(Achso: eigentlich wollte ich ja über morgendliches Laufen schreiben. ...ein andermal.)

Sonntag, 16. März 2008

Gründe fürs Laufen


Warmer Wind, Wolken und Sonne, erste Blüten an Büschen und Bäumen, Windboen, Vogelgezwitscher, Gegenwind,

Frisch gebackener Mohnkuchen mit Sahne.

Sonntag, 9. März 2008

Frühling



















Heute war ein perfekter Lauftag. Die Temperaturen waren mit fast 2°C recht frisch, aber die Sonne schien und ich konnte loslaufen.

Erste Schmetterlinge überholen und überraschen mich. Die berühmten Bächlein, vom Eise befreit, plätschern munter im Verein mit dem Vogelgezwitscher.

Anhalten: Handschuhe und Mütze verstauen.

Der stetig ansteigende Waldweg ist zum Teil noch verschneit und vereist. Aber die Windstille und die Sonne verwandeln den Schnee rasch in Wasser und Matsch.

Anhalten: Ärmel auszippen und verstauen. Bild machen.

Die große Runde führt mich auf die Ebene. Hier bläst ein eisiger Wind.

Anhalten. Ärmel wieder einzippen. Handschuhe, Mütze anlegen.

Der kurze Sprint über die Wiese macht es mir wieder warm. Aber ich muss das ignorieren. Dieses ständige An- und Ausziehen stört den Rythmus. Bergauf und über den aufgeweichten Wanderpfad.

Anhalten. Matsch im Schuh.

Ab jetzt geht es nur fast nur noch bergab. 17 km wunderschönen Frühlingslaufes gehen zuende.

Gekrönt wird dieser fantastische Tag durch eine entspannenden Besuch in der Sauna .....
UND.....Arne hat Kuchen gebacken....

Samstag, 8. März 2008

Doof. Alles doof.

Ich lese gerade ein Buch über Motivation und Mentales Training und musste gestern beim Laufen feststellen, dass noch ein weiter Weg vor mir liegen wird.

Theoretisch ist ja alles klar. Positive Gefühle. Aber mir gingen meine privaten und dienstlichen Sorgen durch den Kopf. Bereits beim Loslaufen war ich wütend. Auf das extra aufgeladene Hörbuch, das mir zur Ablenkung dienen sollte, konnte ich mich keine Minute lang konzentrieren.

Ich wechselte zu sphärischen Klängen und ließ meinen Gedanken freien Lauf. Nicht das dies etwas gebracht hätte. Sie drehten sich im Kreis.

Aus meiner egozentrischen pessimistischen Sicht schien sich alles gegen mich verschworen zu haben.

Dieser Affe im Geländewagen, der nicht blinkte, aber trotzdem abbog, zwang mich zum harten Stop.

Der unbeleuchtete schwarze gekleidete Hundespaziergänger erschreckte mich zu Tode.

Der jugendliche Zeitungsausträger mit dem Bollerwagen, der urplötzlich aus einer Hauseinfahrt polterte.

Drei von diesen jungen Mädchem mit knappen Jeans, die nicht vohanden Taille wurstfömig, nackt und weisslich hervorgepresst, die mich mit den Worten "Mann ist die dünn" kommentierten.

Zu guter Letzt trat ich noch in den sprichwörtlichen Hundescheisshaufen, den ich im Dunkeln da mitten im Weg überhaupt nicht erkannt hatte.

Erregungspotential kontrolieren. Widrigkeiten überwinden. Positiv denken. Naja, das war wohl nix.
Fazit: Nicht gelungen. Aspirant nicht tauglich.



Nachtrag: 11 km 1:09 h Schnit 6:16 min/km.

Samstag, 1. März 2008

Heute bin ich Haile

oder: Das surrealistische Hundeklo.

Lust zu laufen hab ich eigentlich nicht. Ich bin früh zu Hause, da ein ungünstig gelegener Zahnarzttermin mich vom Arbeiten freistellt. Also könnte ich auch unter der Woche mal im Hellen laufen. Welch ein Luxus. Wenn ich nur Bock hätte.

Jeder Zeitmanagement-Kursurs-Geschädigte weiß: Eine große Aufgabe muss in kleine Ziele zerlegt werden. Also erstmal Laufhose anziehen. Der Rest folgt dann von alleine.

Fertig angezogen und ausgerüstet steige ich ins Auto. Während ich sonst vor der Haustür loslaufe, starte ich heut mal auf den Wanderparkplatz. Ich sitze hinter dem Steuer und bin so müde, dass ich am liebsten wieder umgekehrt wäre. Aber das geht ja nun gar nicht.

Also laufe ich los. Ich beschäftige mich gedanklich mit meinen schweren Beinen, den ungefederten Schuhen, der Musik und dem erstaunlich milden Wetter. Ein weißes Hundegesicht gerät rechts außen in mein Blickfeld und ich erschrecke zutiefst. Ich zucke zusammen. Vertieft in meine Gedanken habe ich nichts von meiner Umgebung mitbekommen.

Der Hund gehört zu einem Läufer, ist total desinteressiert und die Beiden verfolgen mich die nächsten Kilometer in gehörigem Abstand. Auch gut, so komme ich wenigstens nicht in Versuchung anzuhalten und laufe zügig bergan.

Am Wendepunkt zeigt die Pulsuhr erst 4 km. Der Läufer und sein weißer Hund biegen ab.
Ich beschließe, doch eine größere Schleife anzuhängen.

Hier finde ich das Hundeklo. Surreal wirkt es mitten auf der Ebene. Nicht rational.

Kein Mensch und auch kein Hund zu sehen. Denn mein weißer Freund ist ja abgebogen. Er hätte es sicher zu schätzen gewusst.

Der Sonnenuntergang beginnt und ich mache mich auf den Rückweg. Meine Uhr zeigt 7 km aber der Footpod ist mangels ausreichenden Batteriestroms ausgefallen. Dafür bin ich von einer Energie durchströmt, die mich rennen lässt wie eine Wilde.

Das hat mit dem surrealistischen Hundeklo zu tun, da bin ich jetzt im Nachhinein ganz sicher. Das Unbewusste steuert meinen Körper. Laufen als vergängliche Kunstform.

Mein Bewusstsein ist ausgeschaltet und ich laufe wie automatisiert. Ich laufe aufrecht und kontrolliert. Ich fühle meine Beine mit raumgreifenden, eleganten Schritten. Nichts tut mehr weh und ich bin schnell. Ich bin Haile.

(15 km, 210 hm; 1:40h)